Tata Dindin (Ebraima Jobarteh)      
  The Magic Voice and Kora of Gambia

Ebraima Jobarteh wurde 1965 in Brikama, der Heimatstadt des Jobarteh-Clans, geboren. Als er sechs Jahre alt wurde, baute ihm sein Vater MalaminiJobarteh eine erste Kora und begann die Ausbildung. Damals lebte noch Malamini Jobartehs Stiefvater, der legendäre Al Hadj Bai Konte, der bis zu seinem Tode an der Ausbildung seiner Enkel ebenfalls beteiligt war. In der Tradition des Mandinka-Volkes wird der Beruf des Musikers (jali) nur innerhalb der Familie vererbt. Der Musiker hat die Funktion, die Gemeinschaft mit dem Spiel eines Instrumentes, Gesang oder Deklamieren von Lobpreisungen zu unterhalten bzw. zu informieren. Doch viel wichtiger: die Jali sind lebende Geschichtsbücher, die die Geschichte ihres Volkes in Form von Epen bewahren. Neben dem Erlernen des traditionellen Repertoires interessierte sich Ebraima Jobarteh auch für die moderne yenyengo-Schule des Kora-Spiels und erweiterte seine Ausbildung bei Jaliba Kuyate, dem Neuerer des gambianischen Koraspiels. Bei ihm lernte er komponieren, arrangieren und texten. Während die älteren jali sich ganz auf die Pflege des traditionellen Repertoires und das Singen von Preisliedern konzentrieren, spielen die jungen Musiker der yenyengo-Schule zeitgenössische Stücke und neuarrangierte Versionen von Klassikern. Ihre Musik soll zum Tanzen animieren.

Schnell stieg Ebraima Jobarteh unter dem Künstlernamen Tata Dindin zum Star seiner Heimat auf. Die Texte seiner Lieder erklären den Jugendlichen unter anderem die Veränderungen in der traditionellen Gesellschaft, den Sinn von Impfkampagnen und der Roten Kreuzes und fordern sie immer wieder dringlich auf "den rechten Pfad" nicht zu verlassen. Zusammen mit seiner Salam-Band, die sein elektrisch verstärktes Kora-Spiel begleitet, gibt er seit sechs Jahren oft zwei bis drei Konzerte täglich. Eine Tournee durch Schulen im ganzen Land sollte die Kinder von der Aktualität der Kora überzeugen. Gerade bei der Jugend ist Tata Dindin ein Held, er revolutionierte das Spiel des Instrumentes, das er mit atemberaubender Virtuosität beherrscht, und gilt als einer der experimentellsten Musiker Gambias. Die Auftritte mit seiner Salam-Band sind schrill: in seiner Technik, den Verstärker als Instrumente einzusetzen (Feedback!) und mit der von ihm erfundenen Kora-Akrobatik, die Kora auf dem Rücken oder mit den Zähnen zu spielen, erinnert er an Jimi Hendrix. Doch Tata Dindin liebt es auch, die Kora ganz ohne Verstärkung zu spielen - dann verbinden sich eigene Lieder mit traditionellen Themen zu einem meditativ fließenden Mix.

1994 nahm er seine erste Solo-CD mit traditionellen und selbst komponierten Liedern und Instrumentalstücken auf. Das war der Start einer einmaligen Karriere auch in Westeuropa. Als immer wieder gerne gesehener Gast der Harfen- und Klangwelten-Festivals von Rüdiger Oppermann verzauberte er das Publikum. Dank seines Managers Jean Trouillet traf er auch Jazzmusiker und lernte ganz neue musikalische Kompositions- und Improvisationsformen. Das daraus entstandene Duo-Programm mit dem renommierten Jazzpianisten Hans Lüdemann tourte durch Westafrika, wurde bei der Expo 2000 in Hannover aufgeführt und auch vor verschiedenen deutschen Präsidenten. Schließlich wurde Andre Heller auf Ebraima Jobarteh aufmerksam und übertrug ihm eine wichtige Solo-Rolle in seinem weltweit erfolgreichen Zirkus-Programm „Afrika Afrika“ mit dem Tata Dindin dann vier Jahre durch die ganze Welt zog. Nach dieser aufreibenden Tournee mit zum Teil zwei Vorstellungen am Tag, ging Tata Dindin zurück an die Wurzeln, nach Gambia. Dort sind er und seine Salam Band äußerst gefragt, ob bei Taufen, Hochzeiten, Partys oder um auf die Arbeit des Roten Kreuzes oder der Aids Aufklärung aufmerksam zu machen.




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